Antoni Chrono Magazin

Biver AB: Erstes Stahlmodell in 38 Millimetern

Biver präsentiert mit der neuen AB das erste Stahlgehäuse der Marke in 38 Millimetern, ausgestattet mit einem neuen Handaufzugswerk und verborgener Gangreserve.

Autor
Robert Nachama
Veröffentlicht
18. Oktober 2026
Zuletzt geändert
19. Oktober 2026
Lesezeit
4 Min.
Biver AB als kompakte Stahlvariante. Aufnahme: Fratellowatches.
Foto: FratellowatchesQuelle, fratellowatches.com

Stahl trifft 38 Millimeter

Biver führt am 16. Oktober 2026 mit der AB (Acier Biver) das erste Stahlmodell der Marke ein. Die Neuheit kombiniert ein 38 Millimeter großes Gehäuse mit einer Bauhöhe von 9,8 Millimetern und dem neuen Handaufzugskaliber JCB-004. Nach den bekannten komplizierten Modellen in Edelmetall reduziert die AB die Anzeige auf Stunden, Minuten und eine kleine Sekunde.

Die Wahl des Materials markiert eine strategische Entscheidung. Jean-Claude Biver und sein Sohn Pierre hatten Biver Watches 2023 mit Fokus auf traditionelle Handwerkskunst und komplizierte Edelmetalluhren gegründet. Die Einführung einer Stahluhr mit reduzierter Anzeige reagiert auf die Kundennachfrage nach kompakteren Modellen. Wer sich über die Entwicklungen informieren möchte, findet in ChronoVault eine Struktur für die eigene Sammlungsverwaltung.

Kompakte Architektur

Das 38 Millimeter messende Gehäuse bricht mit dem Trend zu großen Sportuhren und rückt die AB näher an klassische Dresswatch-Proportionen. Die bekannten markanten Bandanstöße der Marke bleiben erhalten, werden aber durch satinierte Flächen und handpolierte Kanten strukturiert. Diese Finissage erzeugt Kontraste, ohne die Konstruktion optisch weicher zu machen.

Biver wählt für das Stahlband einen eigenen Weg. Statt eines bündigen Endlinks schließt ein 19 Millimeter breites Band mit trapezförmigen Gliedern direkt an das Gehäuse an. Dadurch bleiben die Flanken und die Innenseiten der Bandanstöße sichtbar. Ein Wechselsystem mit Schnellverschluss erlaubt den werkzeuglosen Tausch auf das beiliegende Bahia-Kalbslederband.

Gold und Onyx im Verborgenen

Die Ablesbarkeit der AB baut auf einem Zifferblatt aus massivem 18-karätigem Gelbgold auf. Eine dunkle DLC-Beschichtung verbirgt den primären Glanz des Materials. Erst an den Rändern des Zifferblattzentrums und der kleinen Sekunde bei 6 Uhr tritt der warme Champagnerton des Goldes zutage. Diese Konstruktion ermöglicht es, das Blatt aus einem einzigen Goldstück zu formen und erzeugt eine sichtbare räumliche Tiefe.

Der Stunden- und Minutenring nutzt Onyx als Grundmaterial. Die 2N-Gold-Indizes und eine Schienenminuterie werden im Metallisierungsverfahren direkt auf den tiefschwarzen Stein aufgebracht. Dauphine-Zeiger aus satiniertem 18-karätigem Gelbgold mit handanglierten Kanten ergänzen die Anzeige. Mitglieder können über ChronoSearch gezielt nach solchen Materialkombinationen suchen.

120 Stunden Handaufzug

Das neue Kaliber JCB-004 arbeitet mit zwei Federhäusern, die eine Gangreserve von 120 Stunden aufbauen. Eine Besonderheit der Konstruktion ist die dezente Gangreserveanzeige. Sie ist unter dem Zifferblatt zwischen 11 und 1 Uhr platziert und zeigt die verbleibende Kraft über einen winzigen Goldzeiger an, der sich von links nach rechts bewegt. Diese Lösung bewahrt die Symmetrie der Front.

Biver fertigt die Platinen und Brücken aus PD210, einer Weißgoldlegierung mit hohem Palladiumanteil. Dieses Material macht eine Nickel- oder Rhodiumbeschichtung überflüssig und legt den Fokus vollständig auf die Oberflächenbearbeitung. Rundschliff, Sandstrahlen, Spiegelpolitur und Handanglierung bleiben durch den Saphirglasboden sichtbar. Eine praktische Funktion übernimmt das Kaliber vom Automatikmodell: Beim Ziehen der Krone springt die kleine Sekunde sofort auf null zurück. Jedes Werk wird von einem einzigen Uhrmacher montiert.

Präzision statt Spektakel

Die Biver AB überzeugt durch ihre kompromisslose Verarbeitung im Verborgenen. Die Kombination aus massiven Goldkomponenten unter einer DLC-Schicht und einem aufwendigen Onyx-Ring zeigt, dass Reduktion hier keine Vereinfachung bedeutet. Die 38 Millimeter sind im aktuellen Marktumfeld gut gewählt und bieten eine Alternative zu wuchtigen Stahl-Sportuhren.

Der stärkste Einwand liegt in der Positionierung. Die Uhr zielt mit ihrer Verarbeitung auf die Oberklasse der Edelmetallmodelle, nutzt aber ein Stahlgehäuse. Die Entscheidung, das Gold des Zifferblatts fast vollständig zu verbergen, ist konsequent, erfordert aber eine Kundschaft, die Handwerkskunst über offensichtlichen Materialwert stellt.

Häufig gestellte Fragen

Wie lang ist die Gangreserve der Biver AB?
Das neue Handaufzugskaliber JCB-004 nutzt zwei Federhäuser und baut eine Gangreserve von 120 Stunden auf.
Das Werk verfügt über eine Zero-Reset-Funktion. Beim Ziehen der Krone springt die kleine Sekunde sofort auf null zurück.

Fazit

Die Biver AB etabliert ein klares Gegenmodell zur extrovertierten Stahlsportuhr. Die Entscheidung für aufwendige Materialkombinationen im Verborgenen definiert den Ansatz der Marke neu.

Quellen

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