Antoni Chrono Magazin

Breitling Navitimer B09 & Cosmonaute: Zwei Handaufzüge im Seriengehäuse

Breitling überführt den Navitimer B09 Chronograph 41 und den Cosmonaute aus dem Sonderumfeld in die Kernkollektion.

Autor
Robert Nachama
Veröffentlicht
23. Oktober 2026
Lesezeit
7 Min.
Scroller Item - Navitimer
Foto: BreitlingQuelle, breitling.com

Dauerhafter Einzug in die Serie

Breitling stellt den Navitimer B09 Chronograph 41 sowie den Navitimer B02 Chronograph 41 Cosmonaute vor. Die konkrete Neuerung liegt in der Verfügbarkeit: Beide Modelle verlassen das Umfeld limitierter Gedenkeditionen und rücken dauerhaft in die Kernkollektion auf. Der Hersteller verzichtet auf eine künstliche Verknappung und integriert die Handaufzugskaliber als feste Säule des aktuellen Portfolios.

Der technische Kern beider Uhren ist das Manufakturwerk ohne Aufzugsrotor, eingebettet in ein 41-Millimeter-Stahlgehäuse. Optisch greifen die Zifferblätter die Formensprache der sechziger Jahre auf. Ein zentrales Element bildet das goldene Twin-Jet-Logo, das 1957 entworfen wurde und 1965 erstmals auf einem Navitimer erschien.

Mit dieser Umstellung schließt Breitling eine Lücke im Serienkatalog. Käufer erhalten nun direkten Zugriff auf historische Werkkonfigurationen, die bislang speziellen Jubiläen vorbehalten blieben. Die Ausstattung mit Rechenschieberlünette und beidseitig entspiegeltem Saphirglas bleibt vollständig erhalten.

Proportionen aus Edelstahl

Das Gehäuse aus Edelstahl misst 41 Millimeter im Durchmesser und schließt bei einer Bauhöhe von 13 Millimetern ab. Das Längenmaß von Horn zu Horn beträgt 47,09 Millimeter. Diese Maße positionieren die Uhr exakt im Mittelfeld klassischer Fliegerchronographen, wobei die Höhe spürbar vom fehlenden Automatikmodul profitiert.

Die Formgebung bleibt dem Instrumentencharakter treu. Ein beidseitig entspiegeltes Saphirglas schützt die Zifferblattseite und füllt die geriffelte, beidseitig drehbare Rechenschieberlünette aus. Auf der Rückseite gibt ein Saphirglasboden den Blick auf die Mechanik frei. Wer die Pflege einer mechanischen Uhr ernst nimmt, beachtet die angegebene Wasserdichtigkeit von 30 Metern.

Der Hersteller liefert die Modelle wahlweise an einem Kalbslederband mit Faltschließe oder an einem siebenreihigen Edelstahlband aus. Das Lederband des B09 mit schwarzem Blatt zeigt einen braunen Farbverlauf, während die blaue Version mit einem farblich abgestimmten blauen Band kommt. Das Metallband spielt mit satinierten und polierten Flächen.

Kontrast auf dem Zifferblatt

Der Navitimer B09 präsentiert ein klares Reverse-Panda-Design. Zur Wahl stehen ein schwarzes oder ein blaues Zifferblatt, jeweils abgesetzt mit weißen Hilfszifferblättern und einem weißen Rehaut. Der B09 verzichtet konsequent auf eine Datumsanzeige, was die Symmetrie der drei Totalisatoren vollständig intakt lässt.

Der Cosmonaute wählt einen anderen Ansatz. Sein schwarzes Zifferblatt ordnet die Skalen im 24-Stunden-Format an, um den historischen Anforderungen der Raumfahrt gerecht zu werden. Die weißen Zähler heben sich scharf ab. Das Datum fügt sich diskret in das untere Hilfszifferblatt ein, wobei die Datumsscheibe farblich an den hellen Hintergrund angepasst wurde.

Der Blick auf die Pressebilder bestätigt die funktionale Trennung der unzähligen Skalen, die einen Navitimer traditionell ausmachen. Das goldene Twin-Jet-Logo unterhalb der Zwölf markiert den historischen Zivilstandard und bricht das strenge Schwarz-Weiß-Muster mit einem warmen Metallton auf.

Handaufzug und Schaltrad

Breitling verbaut die hauseigenen Handaufzugskaliber B09 und B02. Beide Werke basieren auf einer Konstruktion mit Schaltrad und vertikaler Kupplung, was den Chronographenstart präzise und ohne das Ruckeln des Sekundenzeigers übersetzt. Die Unruh schwingt mit 28.800 Halbschwingungen pro Stunde.

Eine Vollaufzug liefert rund 70 Stunden Gangreserve. Beide Kaliber tragen das COSC-Zertifikat und weisen sich damit als geprüfte Chronometer aus. Das B09 steuert die klassische 12-Stunden-Anzeige, den zentralen Chronographenzeiger sowie den 30-Minuten- und 12-Stunden-Zähler.

Das B02 wurde als Sonderform explizit für die 24-Stunden-Darstellung des Cosmonaute konstruiert. Die Übersetzung des Stundenrades halbiert die Zeigergeschwindigkeit, sodass der Stundenzeiger nur einmal pro Tag das Zifferblatt umrundet. Diese Spezialisierung wertet das Kaliber technisch gegenüber reinen Farbvarianten deutlich auf.

MerkmalAngabe
Durchmesser41 mm
Höhe13 mm
GehäusematerialEdelstahl
GlasSaphirglas, beidseitig entspiegelt
Wasserdichtigkeit30 Meter
KaliberBreitling Manufakturkaliber B09 / B02 (COSC-zertifiziert)
AufzugHandaufzug
Frequenz28.800 A/h

Historie als Serienmodell

Breitling hat den Navitimer 1952 als Werkzeug für Piloten der Aircraft Owners and Pilots Association entwickelt. Die neuen Serienmodelle berufen sich auf prominente Kapitel dieser Geschichte. Der B09 zitiert die Referenz 806 aus den sechziger Jahren, die durch Piloten und Rennfahrer wie Jim Clark und Graham Hill getragen wurde.

Der Cosmonaute verweist direkt auf den 24. Mai 1962. Astronaut Scott Carpenter trug bei der Mercury-Atlas 7 Mission einen Navitimer mit 24-Stunden-Anzeige im Orbit, um Tag und Nacht im Weltraum zu unterscheiden. Damit sicherte sich Breitling den Titel der ersten Schweizer Armbanduhr im Weltraum.

Die dauerhafte Übernahme in die Serie ändert die Marktposition der Modelle grundlegend. Wer sich intensiv einliest und Uhrenreferenzen verstehen will, erkennt hier den Strategiewechsel: Historisch korrekte Gehäuse- und Werkkombinationen werden zum Standardangebot statt zur raren Trophäe.

Strenge ohne Rotor

Ich ordne die Übernahme der Handaufzugskaliber in die Kernkollektion als starken technischen Befund ein. Ein klassischer Navitimer braucht keinen Rotor, der die Uhr nur höher baut und die Sicht auf die Schaltradmechanik verdeckt. Der B09 zeigt mit seinem datumslosen Zifferblatt exakt die grafische Strenge, die ein überladener Instrumentenchronograph benötigt, um lesbar zu bleiben.

Die Entscheidung für das 41-Millimeter-Gehäuse trifft den Mittelweg zwischen Lesbarkeit der Rechenschieberlünette und Tragbarkeit. Die Verarbeitung der Zifferblätter mit ihren abgesetzten Registern hält dem historischen Vergleich stand.

Der einzige harte Einwand bleibt die Gehäusedichtung. Eine Wasserdichtigkeit von 30 Metern ist für einen Chronographen, der im Alltag bestehen soll, knapp bemessen. Eine Fliegeruhr verlangt keinen Tauchgang, doch ein solider Schutz gegen starken Regen und Wasserdruck am Waschbecken stünde einem robusten Werkzeug besser zu Gesicht. Wer diese Grenze beachtet, findet in diesen Referenzen die derzeit konsequenteste Umsetzung des Themas.

Häufig gestellte Fragen

Wie unterscheidet sich der Navitimer Cosmonaute vom B09?
Der Cosmonaute nutzt das Kaliber B02 mit einer 24-Stunden-Anzeige, um Tag und Nacht zu unterscheiden, und verfügt über ein integriertes Datum. Der B09 zeigt die Zeit klassisch im 12-Stunden-Format und verzichtet auf die Datumsanzeige.
Nein. Breitling führt sowohl den Navitimer B09 Chronograph 41 als auch den Cosmonaute dauerhaft in die reguläre Kernkollektion ein. Bisher waren Modelle mit diesen Handaufzugskalibern auf Sondereditionen beschränkt.
Beide Chronographen weisen eine Gehäusehöhe von 13 Millimetern bei einem Durchmesser von 41 Millimetern auf. Das Längenmaß von Horn zu Horn beträgt 47,09 Millimeter.

Fazit

Die Rückkehr des Handaufzugs in die Serienproduktion schärft das Profil des Navitimers erheblich. Die Werke verbinden die historische Vorlage mit der Präzision moderner Schaltradchronographen und entlasten die Bauhöhe. Das Ergebnis ist ein stringentes Werkzeug für Sammler, das ohne künstliche Verknappung auskommt.

Quellen

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