Signatur auf dem Zifferblatt
Hanhart stellt die 417 ES Steve McQueen Limited Edition Nummer 1 vor. Der Fliegerchronograph überträgt die Formensprache der historischen Variante in eine auf 300 Exemplare begrenzte Sonderedition. Eine konkrete Anpassung gegenüber der regulären Linie findet sich auf dem Zifferblatt, wo die Unterschrift des Schauspielers knapp über der Sechs-Uhr-Position platziert ist. Die Gestaltung entstand in direkter Abstimmung mit den Enkeln Chase und Madison McQueen, die auch die beiliegende Limitierungskarte unterschreiben. Diese Karte ist einer internationalen Rennlizenz des Schauspielers aus dem Jahr 1964 nachempfunden.
Das mattschwarze Blatt fängt das Licht kaum ein und überlässt der Leuchtmasse die optische Führung. Hanhart verwendet Super-LumiNova in der Farbe Old Radium GL, das eher warm und dunkel als stark leuchtend wirkt. Diese farbliche Zurückhaltung verhindert ein künstlich gealtertes Aussehen der Leuchtziffern. Die Spitzen des Minutenzeigers und des Sekundenzeigers sind leicht nach unten gebogen, was Parallaxenfehler beim Ablesen aus einem flachen Winkel minimieren soll.
Proportion und Tragewirkung
Das Edelstahlgehäuse misst 39 Millimeter im Durchmesser und bleibt damit bei den historischen Proportionen des Instrumentes aus den 1950er Jahren. Über die Hörner erstreckt sich die Uhr auf 46 Millimeter. Ein gewölbtes Saphirglas sorgt für eine Gesamthöhe von 13,3 Millimetern. Ohne das Glas liegt der reine Gehäusekörper bei knapp unter zwölf Millimetern. Das führt dazu, dass die Uhr in der Seitenansicht flacher ausfällt, als die reine Datenangabe zunächst vermuten lässt.

Die kannelierte Lünette lässt sich beidseitig drehen und bietet dem Finger einen spürbaren Widerstand. Der untere Chronographendrücker trägt rote Farbe, ein funktionales Detail historischer Fliegeruhren, das ein versehentliches Nullstellen der Zeitnahme während des Fluges verhindern sollte. Im Gegensatz zu den frühen Modellen für die deutsche Bundeswehr hält das aktuelle Gehäuse einem Wasserdruck von zehn Bar stand. Am Arm gehalten wird die Uhr von einem dunkelbraunen Unterlagenband aus italienischem Shell Cordovan der Gerberei Comipel, das die gesamte Gehäuserückseite abdeckt.
Flyback mit Handaufzug
Unter dem verschraubten Saphirglasboden arbeitet das Kaliber Sellita AMT5100 M. Das Handaufzugswerk steuert den Chronographen über ein Schaltrad und bietet eine Flyback-Funktion. Ein Druck auf den unteren lackierten Pusher stellt den laufenden Zeiger augenblicklich auf null zurück und startet die Messung sofort neu. Die Unruh schwingt mit einer Frequenz von vier Hertz und sorgt für eine gleichmäßige Bewegung des Sekundenzeigers.
Die Gangreserve erreicht 58 Stunden. Ein Sekundenstopp erleichtert das genaue Einstellen der Zeit. Ein Blick auf das Werk durch den Saphirglasboden setzt allerdings voraus, dass das Lederband vorher aus der dichten Unterlage gefädelt wird.
Historischer Rahmen
Der ursprüngliche 417 ES Chronograph entstand Mitte der 1950er Jahre als Fliegeruhr. Das robuste Modell wurde von McQueen abseits der Filmsets getragen, unter anderem bei Motorradrennen wie dem International Six Days Trial im deutschen Erfurt oder dem staubigen Wüstenrennen Baja 1000 in Mexiko. Die aktuelle Edition greift diese konkrete Geschichte direkt auf. Die Box enthält neben der Uhr eine nummerierte Plakette und eine Flasche roten Nagellack, was auf die Legende einer Piloten-Ehefrau anspielt, die den Drücker ihres Mannes einst zur Erinnerung markiert haben soll.

Im Vergleich zu regulären Varianten der Modellfamilie hebt sich die No. 1 durch die tatsächliche familiäre Einbindung ab. Hanhart ordnet die limitierte Sonderedition preislich im Segment der bestehenden Linie ein.
Konsequente Umsetzung
Die Stärke dieser limitierten Edition liegt in ihrer optischen Zurückhaltung. Die Signatur auf dem Zifferblatt drängt sich nicht auf und die warmtonige Leuchtmasse wirkt auf dem matten Hintergrund völlig stimmig. Dass Hanhart beim Handaufzug und dem historischen Gehäusemaß von 39 Millimetern bleibt, bewahrt den funktionalen Charakter des Chronographen. Auch das dichte Unterlagenband aus glattem Leder passt exakt in die Ära der frühen Motorradrennen.
Eine spürbare Grenze setzt die Bauweise des Bandes in Verbindung mit dem Glasboden am Handgelenk. Das durchgehende Lederstück erhöht den Aufbau der Uhr deutlich, was unter engen Manschetten schnell störend wirken kann. Dennoch überzeugt das Modell als präzise gestaltetes Stück Zeitgeschichte, das seine Form am Arm überzeugend verteidigt und auf eine überflüssige Alterung der Materialien verzichtet.
Häufig gestellte Fragen
Welches Uhrwerk nutzt die limitierte Hanhart 417 ES?
Welche Wasserdichtigkeit bietet das Gehäuse?
Fazit
Die Sonderedition verbindet ein gut proportioniertes Edelstahlgehäuse mit einem robusten Flyback-Kaliber. Sie respektiert das historische Vorbild und verpackt die Geschichte in ein optisch in sich ruhendes Instrument, das am Arm eine klare Haltung zeigt.
