Antoni Chrono Magazin

Formex AirField Desert Sand: Fliegerzeichen auf Titan

Die Formex AirField verbindet ein sandfarbenes Blatt mit markanten Fliegerzeigern. Das kleine Flugzeug am Sekundenzeiger ist ihr auffälligstes Detail.

Autor
Robert Nachama
Veröffentlicht
Veröffentlicht 3. Oktober 2026
Lesezeit
6 Min. Lesezeit
Formex AirField Automatic Desert Sand mit sandfarbenem Zifferblatt und hellem Textilband auf genieteter Flugzeugbeplankung
Formex AirField Automatic Desert Sand, Referenz 0661.1.6556.899, am hellen Textilband auf der Beplankung.Foto: Formex

Ein Flugzeug über dem Datum

Formex stellt mit der AirField eine neue Fliegeruhr auf der Grundlage seiner Field-Kollektion vor. Die Ausführung Desert Sand kombiniert ein sandfarbenes Zifferblatt mit dunklen Schwertzeigern, einer roten Sekundenzeigerspitze und einem flugzeugförmigen Gegengewicht. Die Herstelleraufnahme zeigt die Modellreferenz 0661.1.6556.899 am hellen Textilband. Zuerst fallen die breiten Zeiger auf: Ihre dunklen Flächen stehen deutlich vor dem Beige, während die hellen Ränder ihre Konturen nachzeichnen. Das kleine Flugzeug setzt einen verspielten Akzent mitten in dieser sonst sachlichen Anzeige.

Das Gesicht hat einen ungewöhnlichen Rhythmus. Die Ziffern ziehen in einem weiten Kreis um die Zeigerachse, das Datum sitzt tief bei sechs Uhr, und der Modellname bleibt in der unteren Blatthälfte. Dadurch bleibt die Mitte für die Bewegung der Zeiger frei.

Dunkle Zeichen auf warmem Grund

Die Detailaufnahme zeigt, wie stark die Körnung die sandfarbene Fläche verändert. Kleine helle Erhebungen und dunklere Vertiefungen verhindern, dass das Blatt wie eine gleichmäßig bedruckte Scheibe wirkt. Rund um den AirField-Schriftzug verdichtet sich diese Struktur zu einer fast papierartigen Oberfläche. Der schwarze Schriftzug hat klare Kanten und hebt sich davon ab. Mir gefällt diese Verbindung aus rauem Grund und sauberer Grafik: Sie gibt dem Gesicht Tiefe, ohne eine zweite Farbe für die Beschriftung einzuführen.

Detailaufnahme der Formex AirField Desert Sand mit gekörntem Zifferblatt, AirField-Schriftzug und Flugzeug am Sekundenzeiger
Das Flugzeug als Gegengewicht und die Körnung des Desert-Sand-Blatts in der Herstelleraufnahme.Foto: Formex

An den Ziffern ist die eigenwillige Typografie besonders gut zu erkennen. Die Einschnitte und offenen Formen geben den Zahlen etwas Technisches, während die runde Minutenskala den äußeren Rand ordnet. Oben steht ein Dreieck zwischen zwei Punkten; unten unterbricht das Datum den Zahlenkreis. Für mein Auge funktioniert das sandfarbene Datum besser als ein weißes Fenster, weil es die gemeinsame Grundfarbe erhält. Der rote Sekundenzeiger bleibt dabei die einzige kleine farbliche Störung. Er verhindert, dass das Beige und Grau zu einer ganz tonalen Fläche zusammenlaufen. Ob dieser Kontrast auch bei wechselnden Lichtverhältnissen seine Wirkung behält, wäre eine interessante Frage für einen späteren Test. Hier beurteile ich die Gestaltung anhand der Herstelleraufnahmen. Schon in deren Draufsicht lässt sich aber sehen, wie unterschiedlich die breiten Hauptzeiger und der feine Sekundenzeiger gewichtet sind. Die Anzeige behält eine klare Rangfolge: Stunden und Minuten stehen vorn, das Flugzeug folgt als Detail.

Ein kantiger Rahmen für den Kreis

Die runde Lünette sitzt in einer kantigen, nach unten breiter werdenden Gehäuseform. In der Frontaufnahme zeichnen sich schräge Flächen an den Bandanstößen ab; deren dunklere Grautöne rahmen den hellen Textilstreifen ein. So wirkt die Uhr geometrischer, als es ihr rundes Blatt allein vermuten lässt. Auch die geriffelte Krone greift diesen Eindruck auf. Ich mag hier vor allem die sichtbare Trennung zwischen dem weichen Farbton im Inneren und dem nüchternen grauen Gehäuse. Ein polierter Rahmen würde das Gesicht aus meiner Sicht stärker in Richtung Schmuckuhr verschieben.

Formex nennt für die AirField ein oberflächengehärtetes Gehäuse aus Titan Grade 2 mit 40 Millimetern Durchmesser. Die aktuelle Hersteller-Spezifikation führt 10,6 Millimeter Höhe und 46,6 Millimeter von Bandanstoß zu Bandanstoß auf; diese Werte beschreiben die Geometrie, ohne den Sitz an einem bestimmten Arm zu beweisen. Die Wasserdichtigkeit gibt Formex mit 15 bar an, dazu kommt eine verschraubte Krone. Die Härteangabe von etwa 900 Vickers betrifft die behandelte Oberfläche. Daraus lässt sich keine Zusage ableiten, dass die gesamte Uhr kratzfrei bleibt.

Power+ unter dem Boden

Im Inneren arbeitet das automatische Sellita SW200-2 Power+. Sellita beschreibt es als Weiterentwicklung des SW200-1 mit 65 Stunden Gangreserve. Die Laufdauer ist hier der relevante Fortschritt: Eine voll aufgezogene Uhr kann rechnerisch länger als zweieinhalb Tage ohne weiteren Aufzug weiterlaufen. Wer sie am Freitagabend ablegt, hat damit ein anderes Zeitfenster bis zum Stillstand als bei einem Werk mit kürzerer Reserve. Das ist eine praktische Eigenschaft, aber noch keine Aussage über die tägliche Gangabweichung. Die Werkbezeichnung sollte deshalb vollständig bleiben. Das Plus gehört zum Namen der neuen Ausführung und macht den Unterschied zum älteren SW200-1 nachvollziehbar. Gerade bei vertrauten Kaliberfamilien kann eine ähnliche Bezeichnung sonst den technischen Fortschritt verdecken. Mich interessiert daran weniger ein neuer Schriftzug als die zusätzliche Zeit bis zum nächsten Aufziehen.

Für den Einsatz in der AirField nennt Formex vier Hertz und eine Datumsanzeige. Die Marke bietet in derselben neuen Reihe auch Horizon Blue an; dort treffen helle Markierungen auf Blau. Das zeigt, wie viel vom Charakter dieser Uhr an der Kombination der Anzeigenfarben hängt. Desert Sand betont die dunklen Formen, Horizon Blue lässt die hellen Zeichen hervortreten. Die Mechanik allein entscheidet für mich deshalb nicht zwischen den Varianten. Interessanter ist, welche grafische Wirkung man bei gleicher Grundidee bevorzugt.

Formex führt die AirField aktuell zur Vorbestellung und kündigt die ersten Lieferungen für Ende Oktober 2026 an. Auf der Desert-Sand-Produktseite wird am 3. Oktober ein Preis ab 830 Schweizer Franken angezeigt; die konkrete Bandschließe und der regionale Endpreis müssen zur gewählten Konfiguration passen. Ich würde die Neuheit daher als angekündigte Auslieferung einordnen. Ein Shoptermin ist keine Bestätigung, dass bereits Uhren bei Käufern angekommen sind. Auch eine vermeintliche Alltagserfahrung lässt sich daraus nicht gewinnen.

Meine Wahl bleibt Desert Sand

Die AirField hat für mich zwei sehr unterschiedliche Seiten. Das Gehäuse und die dunkle Anzeige sind sachlich, das kleine Flugzeug ist ausdrücklich dekorativ. Ich finde diesen Gegensatz reizvoll, weil das Symbol erst beim genaueren Hinsehen auffällt und die normalen Zeigerformen zunächst die Führung übernehmen. Wer eine nüchterne Instrumentenuhr sucht, dürfte darin jedoch eine unnötige Illustration sehen. Dieser Einwand lässt sich nicht durch die technischen Daten ausräumen; er betrifft den Geschmack und gehört zur Entscheidung.

Ich würde Desert Sand am hellen Textilband wählen. Das Band setzt den Farbton des Blatts außerhalb des Gehäuses fort, und die graue Schale bleibt als klare Grenze dazwischen sichtbar. Gleichzeitig hat diese Kombination weniger formelle Strenge als ein dunkles Lederband. Für mich passt sie zu einer Fliegeruhr, die ihre Symbole frei interpretiert. Dass der Name AirField auf die Verbindung mit der Field-Kollektion verweist, bestätigt Formex selbst. Ich sehe darin eine gestalterische Abzweigung innerhalb der Marke. Formex entwickelt die eigene Formensprache weiter.

Als Vergleich für diesen Übergang zwischen Uhrenstilen lohnt sich unser Beitrag zum Glashütte Original Senator Chronograph. Bei Formex liegt die Spannung näher am einzelnen Zifferblattdetail: Wie viel Illustration verträgt eine funktionale Anzeige? Auch die Louis Vuitton Monterey in Vollkeramik zeigt, wie stark ein Gehäuse die Wirkung einer einfachen Zeitanzeige verändern kann. Die AirField beantwortet diese Frage mit kantigen Flächen und einem warmen Blatt; beides zusammen ist für mich überzeugender als das Flugzeug allein.

Fazit

Die AirField überzeugt mich dort, wo Formex Form und Farbe aufeinander abstimmt. Das kleine Flugzeug macht sie persönlicher, setzt aber zugleich ihre geschmackliche Grenze: Wer reine Instrumentengrafik möchte, wird dieses Detail kaum übersehen.

Quellen

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