Antoni Chrono Magazin

Orient Star Sakigake Dreizeigeruhr: Die Befreiung des Zifferblatts

Zum 75. Jubiläum verzichtet die Orient Star Sakigake Dreizeigeruhr auf Datum und Tankanzeige für ein klares Lichtspiel.

Autor
Robert Nachama
Veröffentlicht
26. Oktober 2026
Lesezeit
7 Min.
Orient Star Sakigake Dreizeigeruhr: Die Befreiung des Zifferblatts. Aufnahme: Fratellowatches.
Foto: FratellowatchesQuelle, fratellowatches.com

Abschied von der Tankanzeige

Orient Star stellt zum 75. Jubiläum die neue Sakigake Dreizeigeruhr vor und bricht mit einer jahrzehntelangen Tradition. Seit 1996 trugen fast alle Modelle der Marke eine präsente Gangreserveanzeige auf dem Zifferblatt. Die am 13. September 2026 präsentierte Neuheit aus der Contemporary-Kollektion lässt dieses Element vollständig hinter sich. Auch das Datumsfenster entfällt ersatzlos. Die fehlenden Komplikationen verändern die visuelle Balance grundlegend und lenken den Fokus sofort auf die Textur der Oberfläche.

Ein radialer Sonnenschliff zieht nun ungestört über das gesamte Gesicht der Uhr und bricht das Licht in feinen, scharfen Linien. Die Reduktion schafft einen völlig neuen Raum für die Zifferblattgestaltung der Marke. Das aufgesetzte Logo unter der Zwölf-Uhr-Position findet sein optisches Gegengewicht in einem schlichten Automatik-Schriftzug über der Sechs. Das Zifferblatt atmet, ohne leer zu wirken.

Kompakte Alltagstauglichkeit

Die Proportionen des Edelstahlgehäuses ordnen sich dem Einsatz als täglicher Begleiter unter. Der Hersteller wählt einen Durchmesser von 38,7 Millimetern bei einer Gesamthöhe von 11,8 Millimetern. Das Gehäuse aus 316L-Edelstahl wechselt zwischen satinierten und polierten Flächen, was den sportlich-eleganten Auftritt formt. Die Maße erzeugen am Handgelenk eine ausgewogene Präsenz, die unter einer Hemdmanschette mühelos Platz findet.

Eine verschraubte Krone mit dem traditionellen Markenlogo aus einem S in einem O sichert das Gehäuse seitlich ab. Die Konstruktion erreicht eine Wasserdichtigkeit von 100 Metern, was den Einsatz im Alltag absichert und die Pflege einer mechanischen Uhr erheblich erleichtert. Auf der Rückseite gibt ein Saphirglas den Blick auf die Mechanik frei.

Lichtreflexe ohne Leuchtmasse

Das reduzierte Layout nutzt subtile Details, um Spannung aufzubauen. Die aufgesetzten Indizes erinnern an Blütenblätter, deren facettierte Kanten und geriffelte Oberseiten im Zusammenspiel mit dem Licht lebendige Reflexionen erzeugen. Durch den Wegfall des Datums bleiben alle zwölf Markierungen ununterbrochen erhalten. Auf der Zwölf-Uhr-Position sorgt ein etwas breiterer Keil für die nötige Orientierung beim Ablesen.

Die polierte Spitze des Sekundenzeigers reicht exakt bis an die Minuterie, die auf einem erhöhten Rehaut mit konzentrischen Rillen ruht. Ein wesentliches Element fehlt allerdings bei dieser Ausrichtung auf die tägliche Nutzung. Weder die skelettierten Zeiger noch die Indizes tragen Leuchtmasse. Die Zeiger wirken dadurch architektonisch eigenständig, bleiben im Dunkeln jedoch vollständig unsichtbar. Die blaue Variante zeigt das Lichtspiel auf dem Blatt besonders deutlich, während die Versionen in Silber, Gold und Kupfer zurückhaltender auftreten.

Der visuelle Trick am Anstoß

Die Verbindung zwischen Gehäuse und Band beruht auf einer geschickten optischen Täuschung. Die Hörner weisen polierte Außenflanken und längs satinierte Innenseiten auf. Auf den ersten Blick wirkt die Konstruktion wie ein konventioneller Anstoß mit einer Breite von 20 Millimetern. In der Realität sind beide Flankenbereiche feste Bestandteile des Gehäuses, was die optische Breite geschickt vorgaukelt.

Der tatsächliche Abstand für das Band misst lediglich 16 Millimeter. Das Edelstahlband verbreitert sich direkt nach dem Anstoß auf das erwartete Maß. Diese Entscheidung erzeugt die geschlossene Optik eines integrierten Bandes, schränkt die Suche nach passenden Lederbändern aber massiv ein. Diese proprietäre Aufnahme ist ein Detail, das auch auf einer Checkliste vor dem Gebrauchtkauf Beachtung finden sollte, da ein späterer Bandwechsel handwerkliche Anpassungen erfordert.

Das Band selbst führt das Wechselspiel der Oberflächen mit polierten H-Gliedern und satinierten Mittelstücken fort. Eine leichte Verjüngung zur Faltschließe hin unterstützt den natürlichen Fall am Arm. Eine wesentliche Verbesserung der Tragewirkung zeigt sich im Profil der Schließe. Die Konstrukteure haben die Bauhöhe im geschlossenen Zustand von den markenüblichen 7,4 Millimetern auf 5,9 Millimeter reduziert.

Die eingesparten eineinhalb Millimeter verringern das Volumen an der Unterseite des Handgelenks spürbar. Ein massives Scharnier sorgt weiterhin für Stabilität. Ein Mikrojustiersystem fehlt bei diesem Modell, die Feinabstimmung der Bandlänge gelingt ausschließlich über ein mitgeliefertes halbes Bandglied.

Neues Kaliber unter Saphirglas

Unter dem Glasboden arbeitet das neue automatische Manufakturkaliber F7542. Das Werk liefert eine Gangreserve von 50 Stunden und operiert mit einer Frequenz von 21.600 Halbschwingungen pro Stunde. Die technische Toleranz gibt der Hersteller mit einer Abweichung von minus fünf bis plus fünfzehn Sekunden pro Tag an. Ein Sekundenstopp ermöglicht das exakte Einstellen der Uhrzeit.

Die sichtbare Dekoration beschränkt sich auf bewährte Techniken. Perlage auf den Brücken und Platinen sowie ein Streifenschliff auf dem Rotor werten die Mechanik optisch auf. Das Niveau der Endbearbeitung entspricht dem Standard dieser Preisklasse. Der Stahlring des Bodens trägt die obligatorischen Gravuren zur japanischen Fertigung und den Materialangaben. Bei der limitierten Edition mit Kupfer-Zifferblatt ist hier zusätzlich die individuelle Seriennummer aus der Auflage von 900 Stück eingraviert.

MerkmalAngabe
Durchmesser38,7 mm
Höhe11,8 mm
GehäusematerialEdelstahl (316L)
GlasSaphirglas
Wasserdichtigkeit10 bar (100 m)
KaliberOrient Star F7542, Automatik
Frequenz21.600 Halbschwingungen pro Stunde (3 Hz)
Gangreserve50 Stunden

Mut zur Lücke

Die Sakigake Dreizeigeruhr befreit das Gesicht der Marke von historischen Altlasten. Das reine Zifferblatt lässt den Sonnenschliff atmen und rückt die präzise Verarbeitung der Indizes ins Zentrum. Die fehlende Leuchtmasse schwächt den praktischen Nutzen im Alltag, stärkt aber die klare Formensprache der skelettierten Zeiger.

Der größte Einwand betrifft den Bandanstoß. Die schmale Aufnahme zwingt den Träger faktisch an das mitgelieferte Stahlband. Die hervorragende flache Schließe gleicht diesen Umstand bei der täglichen Nutzung teilweise aus. Die Neuheit beweist deutlich, dass Orient Star auch ohne Tankanzeige eine eigenständige Identität bewahren kann.

Häufig gestellte Fragen

Wie groß ist die Orient Star Sakigake Dreizeigeruhr?
Das Edelstahlgehäuse misst 38,7 Millimeter im Durchmesser und hat eine Gesamthöhe von 11,8 Millimetern. Das Maß von Horn zu Horn beträgt 47 Millimeter.
Zum 75. Jubiläum verzichtet Orient Star bei diesem Modell vollständig auf die sonst markentypische Gangreserveanzeige auf dem Zifferblatt und lässt auch das Datumsfenster weg.
Ja, das Gehäuse verfügt über eine verschraubte Krone und ist bis zu einem Druck von 10 bar wasserdicht, was 100 Metern entspricht.

Fazit

Der Wegfall der etablierten Zifferblattanzeigen erweist sich als konsequenter Schritt zu mehr Klarheit. Die Konzentration auf Oberflächenbearbeitung und Proportionen erschließt der Marke eine aufgeräumte Ästhetik, die Sammler klassischer Dreizeigeruhren ansprechen wird.

Quellen

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