Antoni Chrono Magazin

Springende Stunde auf blauem Guilloche

MeisterSinger ergänzt das Jubiläumsjahr mit der limitierten Panthero Jumping Hour Referenz ED-PTJH914 und einem handgefertigten Zifferblatt.

Autor
Daria Nachama
Veröffentlicht
Veröffentlicht 8. Oktober 2026
Lesezeit
8 Min. Lesezeit
Springende Stunde auf blauem Guilloche. Aufnahme: Monochrome-watches.
Foto: Monochrome-watches · Quelle: https://monochrome-watches.com/meistersingers-panthero-jumping-hour-now-with-light-blue-guilloche-dial/

Hellblaues Blatt zum Jubiläum

MeisterSinger stellt die Panthero Jumping Hour unter der Referenz ED-PTJH914 vor. Die Neuvorstellung ergänzt das fünfundzwanzigste Jubiläumsjahr der Marke um eine weitere, streng limitierte Variante der bekannten Gehäuseform. Den optischen Kern bildet ein hellblaues Zifferblatt, das auf einer traditionellen Maschine von Hand guillochiert wird. Dunkelgraue Akzente ersetzen die bisherigen blauen oder schwarzen Kontraste der Vorgängermodelle. Die grundlegende Architektur der Zeitanzeige mit einer Zahlenscheibe bleibt vollständig erhalten.

Die Marke etabliert damit eine weitere Ausbaustufe der Panthero. Das Modell folgt auf die zu Jahresbeginn präsentierten Versionen mit Lackblättern und die spätere graue Souscription. Der Wechsel zu einem hellblauen Grundton verändert die Wirkung der Uhr erheblich. Die feine Oberflächenstruktur der Guillochierung fängt das Licht anders ein als ein flaches Lackblatt. Das sorgt für Reflexionen, die den Hintergrund der dezentralen Anzeigen optisch beleben. Sammler können die Neuzugänge im Rahmen von First Look präzise erfassen und einordnen.

Ein dunkler Grauton für die Zeiger und Skalen schafft den notwendigen Kontrast. Die Ablesbarkeit profitiert von dieser klaren Trennung zwischen hellem Grund und dunklen Markierungen. Die Leselogik der Panthero erfordert ohnehin einen Moment der Gewöhnung. Die Kombination aus hellblauem Grund und klar begrenzten Registern strukturiert das Blatt sauber durch. Die Limitierung auf fünfundzwanzig Exemplare macht das Modell zu einem seltenen Gast auf dem Markt.

Schlanke Lünette für Raum

Das Edelstahlgehäuse misst vierzig Komma fünf Millimeter im Durchmesser. Diese Dimension bietet ausreichend Fläche für die aufwendige Zifferblattgestaltung, ohne die Tragbarkeit an schmaleren Handgelenken völlig aufzugeben. Die Gehäuseflanken und Hörner zeigen eine Mischung aus satinierten und polierten Flächen. Dieser Wechsel unterstreicht die sachliche Ausrichtung der Uhr. Eine schmale Lünette maximiert den sichtbaren Bereich des Zifferblatts. Die optische Präsenz der Uhr wird dadurch gestärkt.

MeisterSinger Panthero Jumping Hour mit hellblauem Guilloche. Aufnahme: Monochrome-watches.
Dieselbe springende Stunde aus einem anderen Winkel.Foto: Monochrome-watches · Quelle: https://monochrome-watches.com/meistersingers-panthero-jumping-hour-now-with-light-blue-guilloche-dial/

Ein gewölbtes Saphirglas schützt die Vorderseite. Die Wölbung fügt sich bündig in die Gehäuselinie ein. Auf der Rückseite erlaubt ein Saphirglasboden den Blick auf das mechanische Innenleben. Der Boden wird von vier Schrauben gehalten. Die Konstruktion sichert eine Wasserdichtigkeit von fünfzig Metern. Das reicht für den normalen Alltag, schließt Schwimmen oder starke Beanspruchungen aber aus. Wer seine Stücke regelmäßig prüfen lässt, kann die Wartungshistorie in seinem ChronoVault dokumentieren.

Die Bandwahl fällt auf ein cognacfarbenes Kalbslederband mit Krokodilprägung. Das Band wird mit einer Doppelfaltschließe gesichert. Der warme Braunton des Leders steht im direkten farblichen Gegensatz zum kühlen Hellblau des Zifferblatts. Diese Kombination verleiht der Uhr einen klassischen Charakter, der sich bewusst von rein sportlichen Stahlmodellen abgrenzt. Das Gehäuse verzichtet auf Kronenschutzflanken, was den eleganten Ansatz weiter stützt.

Strukturierte Zeitanzeige

Das Zifferblatt nutzt den Platz der schmalen Lünette für eine großzügige Aufteilung. Im Zentrum der Betrachtung steht der dezentrale Minutenring. Er trägt zweistellige weiße Markierungen in Fünf-Minuten-Schritten. Ein einzelner nadelförmiger Zeiger in Dunkelgrau streicht über diese Skala. Die Minuterie dominiert die rechte und mittlere Blattseite. Das charakteristische Sonnenrad der Marke überlappt den unteren Teil des Minutenrings. Auch dieses Element ist dunkelgrau gehalten und fügt sich ruhig in das Gesamtbild ein.

Die springende Stunde sitzt in einem Fenster bei zwölf Uhr. Mit dem Beginn jeder neuen vollen Stunde schaltet die Scheibe augenblicklich weiter. Diese Komplikation trennt das Lesen von Stunden und Minuten physisch auf dem Blatt. Der Kontrast der dunkelgrauen Typografie auf dem hellen Grund erleichtert das schnelle Erfassen der Zeit. Die guillochierte Oberfläche des Basisblatts liefert dabei einen handwerklichen Hintergrund, der die technischen Instrumente optisch zusammenhält.

Die Herstellung der Oberflächenstruktur erfordert traditionelle Maschinen, die von Hand bedient werden. Das Muster wird in die Oberfläche geschnitten, bevor das Blatt seine hellblaue Farbe erhält. Diese Methode erzeugt scharfe Kanten im Muster, die sich im Licht abzeichnen. Die Panthero positioniert sich durch diesen Aufwand klar über den Basismodellen mit einfachen Drucken. Die Gestaltung bleibt insgesamt ruhig, da die dunklen Akzente nicht um Aufmerksamkeit schreien.

Basis und spezielles Modul

Das Kaliber MS-JH-01 treibt die Uhr an. Als mechanische Basis dient das Sellita SW300. Dieses Werk ist als Alternative zum ETA 2892 bekannt und baut deutlich flacher als das weiter verbreitete SW200. Die flache Basis ist notwendig, um Platz für das Komplikationsmodul zu schaffen, ohne das Gehäuse unverhältnismäßig aufzubauen. Das Uhrwerk schlägt mit achtundzwanzigtausendachthundert Halbschwingungen pro Stunde. Die Gangreserve liegt bei etwa siebenundvierzig Stunden.

Werkboden der MeisterSinger Panthero Jumping Hour, Edition 01/25. Aufnahme: Monochrome-watches.
Der Werkboden der limitierten Auflage.Foto: Monochrome-watches · Quelle: https://monochrome-watches.com/meistersingers-panthero-jumping-hour-now-with-light-blue-guilloche-dial/

Das Modul für die springende Stunde stammt von Dubois-Dépraz. Der Spezialist hat diese Konstruktion gezielt für MeisterSinger entwickelt. Das Modul sammelt kontinuierlich Kraft, um die Stundenscheibe pünktlich zur vollen Stunde exakt eine Position weiterspringen zu lassen. Dieser Mechanismus verlangt eine präzise Abstimmung zwischen Basiswerk und Aufsatz. Der Glasboden macht den Rotor und die obere Werkbrücke sichtbar, verbirgt aber naturgemäß das Modul unter dem Zifferblatt.

Die Kombination aus etabliertem Traktor und zugeliefertem Spezialmodul ist eine gängige Lösung in dieser Klasse. Sie sichert die Zuverlässigkeit des Grundantriebs und ermöglicht gleichzeitig spezifische Anzeigen, die ein Standardwerk nicht bietet. Die Gangreserve von knapp zwei Tagen erfordert bei unregelmäßigem Tragen ein Aufziehen von Hand. Der Automatikaufzug übernimmt diese Aufgabe im täglichen Einsatz zuverlässig.

Linie und Modellgeschichte

Die Panthero Jumping Hour hat im laufenden Jahr eine schnelle Entwicklung durchlaufen. Zu Beginn des Jahres führte die Marke das Modell in drei Varianten ein. Lackierte Blätter in Schwarz und Weiß bildeten die reguläre Produktion. Ein silbernes Blatt mit Handguilloche erschien als limitierte Edition. Die Architektur der Uhr basiert gedanklich auf der früheren Salthora-Familie, bringt die springende Stunde aber in einem neuen Gehäuse und mit einem anderen Werkaufbau zurück.

Im Laufe des Jahres folgten weitere Ausführungen. Eine graue Variante erschien als Souscription mit blauem Minutenring. Später ergänzten Versionen mit Sonnenschliff in Blau oder Goldgelb das Angebot. Die jetzige blaue Guilloche-Variante führt die handwerkliche Linie der silbernen Edition fort. Das fünfundzwanzigste Jubiläumsjahr bietet den Anlass, diese spezielle Technik mit einer neuen Farbe zu kombinieren.

Kontrast auf kleinem Raum

Die Panthero Jumping Hour in Hellblau überzeugt durch ihre aufgeräumte Geometrie. Der dunkelgraue Minutenring auf dem hellen Guilloche-Grund liefert eine hervorragende Ablesbarkeit. Die Entscheidung für das flache Sellita SW300 als Basis hält die Proportionen des Gehäuses im Rahmen. Das Dubois-Dépraz-Modul schaltet die Scheibe präzise. Die Kombination aus ruhiger Grundfarbe und technischem Aufbau funktioniert am Arm ausgesprochen gut.

Das cognacfarbene Lederband spaltet die Meinungen. Der starke farbliche Kontrast zum kühlen Hellblau drängt das Blatt optisch zurück. Ein dunkelgraues oder schwarzes Band würde den kühlen Charakter der Uhr konsequenter unterstützen. Das lässt sich im Nachgang beheben, ab Werk bleibt es eine auffällige Wahl.

Häufig gestellte Fragen

Welches Uhrwerk nutzt die Panthero Jumping Hour?
Die Uhr wird vom Kaliber MS-JH-01 angetrieben. Es kombiniert ein flaches Sellita SW300 als Basiswerk mit einem exklusiv für MeisterSinger entwickelten Modul von Dubois-Dépraz für die springende Stunde.
Das hellblaue Zifferblatt wird auf traditionellen, handbedienten Maschinen guillochiert. Die feinen Muster werden in das Material geschnitten, bevor das Blatt seine farbige Beschichtung erhält.

Fazit

MeisterSinger liefert mit dem handguillochierten blauen Zifferblatt einen starken Kontrast zu den bisherigen Varianten der Modellreihe. Die klare Trennung von Stundenfenster und Minutenskala beweist, dass sich traditionelle Handwerkskunst und funktionale Lesbarkeit gewinnbringend verbinden lassen.

Quellen

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