Antoni Chrono Magazin

Casio G-Shock MRG-D5000: Saphirglas fasst das Gehäuse ohne Schrauben

Casio beweist mit der limitierten G-Shock MRG-D5000, dass ein schraubenloses Gehäuse aus blauem Saphirglas die strengen Normen der Stoßfestigkeit erfüllen kann.

Autor
Robert Nachama
Veröffentlicht
23. Oktober 2026
Lesezeit
8 Min.
Casio G-Shock MRG-D5000: Saphirglas fasst das Gehäuse ohne Schrauben. Aufnahme: Fratellowatches.
Foto: FratellowatchesQuelle, fratellowatches.com

Saphirglas als Konstruktionsmaterial

Casio erweitert die MR-G Kollektion um die G-Shock MRG-D5000. Die Neuheit bringt ein Außengehäuse und eine Lünette, die vollständig aus blauem Saphirglas gefertigt sind. Der Hersteller integriert die Uhr in das fortlaufende Blue Rose Project und limitiert die Auflage auf wenige Exemplare weltweit. Im Vergleich zu den bekannten Titanmodellen der Linie ändert sich die Konstruktion des Gehäuses grundlegend. Das Material Saphirglas erfordert eine völlig neue Montagetechnik, da es bei punktuellem Druck schnell bricht.

Die MR-G Kollektion bildet seit ihrer Einführung im Jahr 1996 die höchste Ausstattungsstufe innerhalb der G-Shock Serie. Die Strategie der Linie besteht nicht nur darin, bekannte Gehäusedesigns mit Premiummaterialien auszustatten. Sie verbindet moderne Fertigungstechnologie mit traditioneller japanischer Handwerkskunst und etablierten Metallverarbeitungstechniken, um die physikalischen Grenzen der Uhrenkonstruktion zu erweitern. Die Entwickler verzichten bei der neuen Uhr komplett auf Schrauben im Außengehäuse. Die offizielle Einführung der limitierten Edition erfolgt im Jahr 2026.

MerkmalAngabe
GehäusematerialBlaues Saphirglas und Titan Grade 5
Wasserdichtigkeit20 Bar
KaliberCasio Modul mit Gallium Tough Solar
FunktionenMulti-Band 6, Stoppuhr, Countdown, 5 Alarme, Weltzeit, LED-Beleuchtung
ZifferblattEdelstahl mit Ziegelmuster, blaue PVD-Beschichtung
BandDura Soft Gummi mit Titanverschluss
Limitierung20 Stück
Preis laut Hersteller€ 80.000

Holzverbindungen als technisches Vorbild

Die sogenannte Multi-Guard Struktur löst das zentrale physikalische Problem der Materialspannung. Casio setzt auf ineinandergreifende Bauteile aus Saphirglas, die ohne mechanische Fixierungen durch Schrauben auskommen. Die Konstruktion orientiert sich an der traditionellen japanischen Holzbautechnik, bei der architektonische Elemente durch exakte Passformen ineinandergreifen und so strukturellen Halt bieten. Der Herstellungsprozess des Gehäuses beginnt mit großen Saphirglasbarren, die über mehrere Monate hinweg wachsen. Das Forschungsteam prüft das Material und wählt ausschließlich die Abschnitte mit der exakt passenden Farbkonzentration und der höchsten Transparenz für die Fertigung aus.

Da sich Saphirglas sehr schwer bearbeiten lässt, formen die Entwickler die Einzelteile so, dass Abplatzungen verhindert werden. Bohrlöcher und spitze Winkel fallen komplett weg. Der Gehäuseboden besteht aus Titan Grade 5 mit einer schwarzen DLC-Beschichtung und trägt ebenfalls einen Einsatz aus blauem Saphirglas. Eine Gravur verweist auf das ursprüngliche Dream Project, während eine fortlaufende Nummerierung jedes Exemplar kennzeichnet. Sammler, die die Nomenklatur der Uhrenreferenzen verstehen möchten, erkennen am D in der Modellbezeichnung genau diesen historischen Verweis auf das Dream Project.

Ziegelmuster und Goldakzente

Das Zifferblatt zitiert das ursprüngliche Design der ersten Modelle und überträgt es auf eine Edelstahlplatte. Ein klassisches Ziegelmuster strukturiert die Fläche, die durch eine blaue PVD-Beschichtung ihre Farbe erhält. Casio setzt farbliche Kontraste durch den Einsatz von 24 Karat Gold. Das Logo der MR-G Linie, der Schriftzug für die Stoßfestigkeit und weitere Markierungen auf dem Zifferblatt bestehen aus diesem Edelmetall.

Für das Armband verwendet der Hersteller ein speziell entwickeltes Dura Soft Gummi. Das Band greift das Ziegelmuster des Zifferblatts in einer dreidimensionalen Struktur auf. Die erhabenen Details sind in verschiedenen Winkeln angeordnet, um das einfallende Licht gezielt zu brechen und Reflexionen zu erzeugen. Ein neu entwickelter Titanverschluss sichert die Uhr am Handgelenk. Die Schließe verfügt über einen Entriegelungsknopf, dessen Haptik für einen besonders präzisen mechanischen Widerstand beim Öffnen ausgelegt ist.

Energieversorgung und Funksynchronisation

Im Inneren des Gehäuses arbeitet ein funktionsreiches Modul, das auf Gallium Tough Solar setzt. Diese Technologie sichert die Energieversorgung durch künstliches und natürliches Licht. Die Synchronisation der exakten Uhrzeit erfolgt über Multi-Band 6. Das System empfängt Kalibrierungssignale von sechs Sendestationen weltweit und stellt die Zeit automatisch ein. Die Software bietet fünf wählbare Weltzeitzonen aus einem Pool von achtunddreißig Städten.

Zur weiteren Ausstattung gehören eine Stoppuhr für präzise Zeitmessungen, ein Countdown-Timer, fünf tägliche Alarme und eine automatische LED-Hintergrundbeleuchtung, die sich bei einer Neigung des Handgelenks aktiviert. Die gesamte Gehäusekonstruktion widersteht einem Wasserdruck von bis zu 20 Bar. Käufer, die ein solch komplexes Modell später auf dem Zweitmarkt suchen, sollten die Funktionalität der Solarladung und die Dichtigkeit des Gehäuses anhand einer Checkliste vor dem Gebrauchtkauf detailliert prüfen.

Der Weg vom Prototyp zur Serienreife

Die Ursprünge der aktuellen Saphirglaskonstruktion reichen in das Jahr 2018 zurück. Damals präsentierte das sogenannte Dream Project ein Modell aus 18 Karat Gold und enthüllte parallel einen ersten Saphirglasprototypen auf der Messe in Basel. Dieser Prototyp verfehlte die strengen internen Normen für die Stoßfestigkeit noch deutlich. Nach dem Rückzug des Chefentwicklers Kikuo Ibe führte das MR-G Team die Forschung in Eigenregie fort.

Die intensive Materialprüfung führte schließlich zur Entwicklung der Multi-Guard Struktur. Diese Architektur kam 2022 zuerst im Titanmodell MRG-B5000 auf den Markt und bewies dort ihre Tauglichkeit. Das Team benannte die fortlaufende Forschung an einer stoßfesten Saphirglaskonstruktion intern als Blue Rose Project. Die nun vorgestellte MRG-D5000 bildet den technischen Abschluss dieser Entwicklungsarbeit.

Begleitende Jubiläumsmodelle

Casio flankiert die limitierte Saphirglasuhr mit zwei weiteren Modellen, die ebenfalls zum Blue Rose Project gehören und das Material auf andere Weise integrieren. Die MRG-B5000SA-2DR trägt den Beinamen Super Blue und feiert das dreißigste Jubiläum der MR-G Linie. Das Modell trägt eine entsprechende Gravur auf dem Gehäuseboden. Die Lünette besteht aus der sehr harten Kobalt-Chrom-Molybdän-Legierung Cobarion und ist mit einer blauen Ionenplattierung überzogen. Oben und unten am Gehäuse sitzen zwei große, facettengeschliffene Saphirkristalle mit jeweils zwei Karat.

Die zweite Ergänzung ist die GMW-B5000SB-1A2, die unter dem Namen Gem Accents erscheint. Dieses Vollmetallmodell setzt auf vier Brillantschliff-Saphire, die als runde Edelsteine an festen Punkten auf der Lünette eingefasst sind. Beide Begleitmodelle kommen im November 2026 in den Handel und ergänzen die technische Saphirglaskonstruktion um zwei dekorative Ausführungen, die auf die aufwendige Multi-Guard Bauweise aus reinem Saphirglas verzichten.

Technische Demonstration ohne Kompromisse

Saphirglas in einem Gehäuse zu verwenden, das primär auf absolute Stoßfestigkeit ausgelegt ist, markiert einen technischen Grenzgang. Die schraubenlose Konstruktion belegt anschaulich, dass der Hersteller seine Kernanforderung an die Widerstandsfähigkeit auch bei spröden Materialien beibehält. Die MRG-D5000 verlässt den Bereich des robusten Gebrauchsgegenstands vollständig und agiert als reines Demonstrationsobjekt der japanischen Fertigungstiefe.

Die Limitierung schränkt die Sichtbarkeit massiv ein und macht die Uhr zu einem raren Sammlerstück fernab des üblichen G-Shock Terrains. Der völlige Verzicht auf Schrauben im Außengehäuse löst das Problem der Materialspannung auf elegante Weise und beweist endgültig die Leistungsfähigkeit der etablierten Multi-Guard Struktur.

Häufig gestellte Fragen

Wie wird das Saphirglasgehäuse der MRG-D5000 zusammengehalten?
Casio nutzt eine schraubenlose Konstruktion. Die Bauteile der sogenannten Multi-Guard Struktur greifen nach dem Vorbild traditioneller japanischer Holzverbindungen ineinander, um Spannungsrisse im Saphirglas zu vermeiden.
Das Modul lädt sich über Solarenergie auf und synchronisiert die Zeit weltweit über Funksignale. Zusätzlich stehen 38 Weltzeitzonen, fünf tägliche Alarme, ein Countdown und eine Stoppfunktion zur Verfügung.
Die beiden ergänzenden Modelle nutzen Saphirglas lediglich als dekorativen Besatz auf der Lünette oder dem Gehäuse. Sie setzen primär auf Vollmetall oder eine spezielle Kobaltlegierung und sind in höheren Stückzahlen verfügbar.

Fazit

Die Umsetzung eines vollständigen Saphirglasgehäuses zeigt das handwerkliche Potenzial der Konstrukteure auf. Die Abkehr von klassischen Verbindungselementen löst die physikalische Materialspannung und sichert die geforderte Widerstandsfähigkeit.

Quellen

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