Antoni Chrono Magazin

Lange Triple Split 2026 in Platin

A. Lange & Söhne zeigt den Triple Split 2026 in 950er Platin mit rhodiéfarbenem Zifferblatt und begrenzt die Auflage auf 100 Exemplare.

Autor
Robert Nachama
Veröffentlicht
Veröffentlicht 8. September 2026
Aktualisiert
Aktualisiert 13. September 2026
Lesezeit
8 Min. Lesezeit
A. Lange und Söhne Triple Split 2026 in Platin mit rhodiéfarbenem Zifferblatt, Pressefoto der Manufaktur
Die Triple Split 2026 in 950er Platin mit rhodiéfarbenem Blatt.Foto: A. Lange & Söhne, Presse

100 Exemplare in 950er Platin

A. Lange & Söhne präsentiert den Triple Split in 950er Platin. Das Gehäuse misst 43,2 Millimeter im Durchmesser bei 15,6 Millimeter Höhe, das Zifferblatt ist rhodiéfarben, die Hilfszifferblätter sind dunkler grau, die Auflage steht bei 100 Exemplaren.[1]

Das Farbschema arbeitet nur mit Helligkeitsstufen. Bei vier Hilfszifferblättern, einer Gangreserveanzeige und mehreren Schleppzeigern entscheidet der Kontrast darüber, welches Paar gerade läuft. Die grauen Zähler stehen dunkler in der rhodiéfarbenen Fläche und ziehen den Blick zuerst auf die Aufteilung. Die Farbwirkung lese ich auf den Pressebildern der Manufaktur.

Die deutsche Presseseite vom 4. September 2026 nennt keinen Euro-Preis und keinen Bezugsweg. Die Premiere fiel auf das erste Septemberwochenende 2026 beim Concours of Elegance im Hampton Court Palace. Die englische Presseseite ordnet die neue Fassung als dritte Farbkombination der Linie ein.[1], [2]

Platin 950 ist dichter als die Goldlegierungen der früheren Fassungen und nimmt Politur mit einem ruhigeren, etwas dunkleren Glanz an. Deshalb sitzt ein graues Blatt in diesem Gehäuse anders als dasselbe Grau in Weißgold. Das Armband ist dunkelbraunes Alligatorleder mit einer Faltschließe aus Platin.[1]

43,2 Millimeter sind für Glashütte ein großes Maß, 15,6 Millimeter Höhe machen daraus eine hohe Dose. Die Faltschließe aus dem Gehäusematerial hält das Band flach am Steg. Die Lünette bleibt schmal, der Glasrand hoch, die Tachymeterbahn liegt auf dem Blatt. Eine Referenznummer nennt die Presseseite nicht.[1]

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43,2 Millimeter Durchmesser, 15,6 Millimeter Höhe.Foto: A. Lange & Söhne, Presse

Kaliber L132.1 unter dem Saphirboden

Die Presseseite nennt für die Platin-Edition das Kaliber L132.1 mit 567 Teilen und 55 Stunden Gangreserve. Unter dem Saphirboden liegen Neusilber, goldene Chatons und ein von Hand gravierter Unruhkloben. Ein Isolator, 2005 patentiert, trennt die Achsen der geschleppten Zeiger, damit das Anhalten eines Paars das andere nicht mitnimmt.[1]

Der Teileaufwand folgt aus drei Schleppzeigerpaaren, aus dem Flyback und aus der Kraftübertragung auf zusätzliche Zeigerachsen. Ein Federhaus speist alle eingekuppelten Zangen. Die AUF/AB-Anzeige sitzt bei 6, die kleine Sekunde bei 8, der springende Minutenzähler bei 4, der Stundenzähler bei 12.[1]

Jede Zange arretiert den nachlaufenden Zeiger und gibt ihn wieder frei. Drei solcher Baugruppen liegen in einem Werk, das zusätzlich den Flyback und die Anzeige des Federhauszustands trägt. Die Kraft steigt mit jeder eingekuppelten Zange. 55 Stunden Gangreserve sind für 567 Teile ein knappes Verhältnis, denn das eine Federhaus speist Chronograph, drei Schleppzeiger und die Anzeige bei 6.[1]

Die Produktnavigation der Markenseite führt den Triple Split zwischen Chronographen und Großen Komplikationen. Die sichtbare Werkseite folgt der Lange-Ästhetik: Dreiviertelplatine in Neusilber, Chatons, Gravur auf dem Unruhkloben. Für die Platin-Edition stehen Kaliberbezeichnung, Teilezahl und Gangreserve in der Mitteilung.[1], [2]

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Kaliber L132.1 unter dem Saphirboden.Foto: A. Lange & Söhne, Presse

Zwölf Stunden, drei Schleppzeiger

Laut Presseseite misst der Triple Split Zwischen- und Vergleichszeiten über bis zu zwölf Stunden, mit Rattrapante auf Sekunde, Minute und Stunde plus Flyback. Der Chronograph-Drücker sitzt bei 2, der Rattrapante-Drücker bei 10, der Flyback bei 4. Die geschleppten Zeiger sind gebläut, die Chronographenzeiger rhodiniert, rote Akzente markieren die Zuordnung.[1]

Ein klassischer Schleppzeiger hält die Sekunde fest. Hier bleiben Minute und Stunde im Vergleich, deshalb müssen sechs Zeiger eindeutig zugeordnet werden. Grundlagen dazu stehen in unserer Rubrik Referenz, Seriennummer und Kaliber verstehen. Die Manufaktur nennt als Beispiel Zwischenzeiten über Stunden, etwa bei einem Marathon.[1]

Drücker bei 10 trennt die gebläuten Zeiger vom rhodinierten Paar. Das laufende Paar geht weiter, das gehaltene bleibt stehen, ein zweiter Druck setzt beide wieder zusammen. Der Flyback bei 4 startet aus dem Lauf neu, ohne die Kette aus Stopp, Nullstellung und Start. Stunden- und Minutenzeiger sind mit Leuchtmasse belegt, am Rand sitzt eine Tachymeterskala bis 1000 Meter.[1]

Die Presseseite bezeichnet die Konstruktion als weltweit einzigen Chronographen dieser Reichweite. Der praktische Nutzen ist schmal, denn lange Vergleichszeiten laufen heute über Transponder. Am Blatt bleibt ein Aufbau, dessen Logik sich ablesen lässt: zwei Zeiger, die deckungsgleich laufen, bis der Rattrapante-Drücker sie trennt. Die gebläuten Zeiger sind danach der kühle Farbwert auf dem rhodiéfarbenen Blatt, Rot sitzt als Punkt oder Strich an den Hilfszählern.[1]

Drei Farbentscheidungen der Linie

Die drei Ausgaben unterscheiden sich in Gehäuselegierung und Blattfarbe. Die erste Fassung setzte kühles Metall gegen graues Blatt. Die zweite holte Blau ins Rotgold und trennte die Hilfszifferblätter klarer. Die dritte nimmt den Farbwert heraus und lässt zwei Graustufen die Register lesen.

Triple Split, drei Gehäuse

  1. 2018

    Triple Split Weißgold

    750er Weißgold, graues Zifferblatt, Einführung der dreifachen Rattrapante.[1]

  2. 2021

    Triple Split Rotgold

    750er Rotgold, blaues Zifferblatt, wärmerer Kontrast zu den Hilfszifferblättern.[1]

  3. 2026

    Triple Split Platin

    950er Platin, rhodiéfarbenes Blatt, dunklere graue Hilfszifferblätter, 100 Exemplare.[1]

Ob die Gehäusemaße denen der Vorgänger entsprechen, vergleicht die Presseseite nicht. Ob Weißgold oder Rotgold weiter im Programm stehen, sagt die Mitteilung ebenfalls nicht. Die neue Ausgabe trägt damit ihre eigenen Maße, ihr eigenes Blatt und ihre eigene Auflage.[1]

Blau gegen Rotgold trennt die Hilfszifferblätter sofort, weil ein echter Farbwert gegen das Gehäuse steht. Grau gegen Rhodié verlangt mehr Licht und mehr Aufmerksamkeit. Die Sammelentscheidung liegt zwischen warmem Kontrast und einem fast monochromen Blatt.[1]

Uhr in ruhigem Licht, redaktionelle Aufnahme Uhr in ruhigem Licht, redaktionelle Aufnahme
Rhodiéfarbenes Blatt, graue Hilfszifferblätter, AUF/AB bei 6.Foto: A. Lange & Söhne, Presse

15,6 Millimeter aus der Stapelung

43,2 Millimeter Durchmesser und 15,6 Millimeter Höhe folgen aus der Stapelung. Drei Zangenpaare, Flyback und zusätzliche Zeigerachsen lassen sich nicht in einer Ebene unterbringen. Die Höhe ist eine Folge der Funktion.[1]

Im Portfolio sitzt die Uhr zwischen den Chronographen um den Datograph und den großen Komplikationen. Der Datograph macht den Chronographen zur Hauptsache und ergänzt ihn um das Großdatum. Der Triple Split bleibt beim Stoppen und zieht die Vergleichszeit auf zwölf Stunden. Mehr zur Systematik der Lange-Linien steht bei der Lange 1815 AUF/AB 2026.[2]

Kleine Stückzahlen und hohe Teilezahlen liegen in Glashütte nah beieinander. 100 Exemplare in Platin halten die Marke in der Chronographen-Kollektion mit einer extremen Speziallösung sichtbar. Die 1815-Linie bleibt die schlichtere Dresswatch mit AUF/AB. Der Triple Split sitzt am anderen Ende derselben Manufaktur: viel Mechanik, wenig Zierde auf dem Blatt.[1]

Grau auf Grau, meine Präferenz

Von den drei Ausgaben ist mir diese die liebste, weil das Blatt ohne Blau und ohne warmes Gold auskommt. Rhodié und dunklere Hilfszifferblätter lassen die Aufteilung der Anzeigen zuerst stehen. Platin nimmt den Blattton auf.

Bei schwachem Licht können die beiden Graustufen die Trennung zwischen laufendem und geschlepptem Zeiger erschweren, vor allem am Stundenzähler. Dazu kommen 15,6 Millimeter Gehäusehöhe und das Gewicht von Platin. Beides verlangt ein breites Handgelenk.[1]

Für mich bleibt das graue Blatt die ehrlichere Fläche zu diesem Werk. Das Gehäuse in Platin passt zum Gewicht der Komplikation, ohne einen zweiten Farbwert dazwischenzulegen.

Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet rhodiéfarben am Zifferblatt?
Rhodié bezeichnet den kühlen, silbergrauen Ton einer Rhodinierung. Rhodium liegt als dünne galvanische Schicht auf und färbt die Fläche hell und neutral. In der Uhrmacherei gilt der Begriff für Blätter und für Werkteile, etwa rhodinierte Chronographenzeiger. Der Gelbstich einer Silberauflage bleibt dabei aus. Gegen Platin 950 wirkt der Ton verwandt, gegen Weißgold etwas kühler.

Fazit

Die Linie hat jetzt drei Farbargumente. Platin und Rhodié nehmen der Komplikation jede Zierde. Das ist die Ausgabe für jemanden, der das Werk schon kennt und das Gehäuse dazu will.

Quellen

  1. A. Lange & Söhne: TRIPLE SPLIT. Der ultimative Chronograph in neuer Farbkombination
  2. A. Lange & Söhne: The Best of Both Worlds
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