Wechsel in die dauerhafte Mechanik
Nezumi stellt die Voiture VM2 als neue Generation des hauseigenen Rennsport-Chronographen vor. Die Marke überführt das Modell damit aus dem bisherigen Mecha-Quarz-Segment in eine feste mechanische Kollektion. Die beiden neuen Referenzen VM2.202 und VM2.1102 setzen auf ein automatisches Schaltradwerk, ohne die ursprünglichen Proportionen aufzugeben.
Auf den ersten Blick ordnet das Blatt die Anzeigen streng geometrisch. Eine farbig abgesetzte Zone, die sogenannte Zorro-Maske, fasst die beiden Chronographenzähler zusammen und trennt sie visuell von der laufenden Sekunde. Dieser gestalterische Eingriff gibt dem Blatt Tiefe, bevor das Auge die eigentlichen Skalen aufnimmt.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Referenz | VM2.202 / VM2.1102 |
| Durchmesser | 40 mm |
| Höhe | 12,9 mm |
| Gehäusematerial | Edelstahl 316L |
| Glas | Saphirglas |
| Wasserdichtigkeit | 50 m |
| Kaliber | Peacock SL4801 |
| Aufzug | Automatik |
Geschwungene Hörner und flaches Profil
Das Gehäuse aus gebürstetem Edelstahl misst 40 Millimeter im Durchmesser und reicht über 47 Millimeter von Horn zu Horn. Nezumi nutzt geschwungene Lyra-Hörner, die das Band mit einem Anstoßmaß von 20 Millimetern bündig aufnehmen. Die feststehende schwarze Lünette fasst das gewölbte Saphirglas ein, das die Silhouette nach oben abschließt. Ohne dieses Glas bleibt der Korpus lediglich 11 Millimeter hoch.
Die Gesamthöhe beläuft sich auf 12,9 Millimeter. Eine gerändelte Zugkrone und klassische Pumpendrücker auf der rechten Flanke steuern die Funktionen. Der verschraubte Boden ist tief graviert und dichtet das Gehäuse bis zu einem Druck von fünf Bar ab. Die in Deutschland montierte und geprüfte Uhr liegt ruhig auf dem Gelenk, da die kurzen Hörner die Länge optisch auffangen.
Kontrast unter der Zorro-Maske
Die Ablesbarkeit eines Chronographen steht und fällt mit der Trennung seiner Hilfszifferblätter. Nezumi entscheidet sich für ein klares Tricompax-Layout, bei dem der 30-Minuten-Zähler auf drei Uhr und der Zwölf-Stunden-Zähler auf neun Uhr liegen. Die Referenz VM2.202 hält diese Aufteilung in einem monochromen Spektrum aus Schwarz, Grau und Weiß.
Bei der Variante VM2.1102 isoliert eine schwarze Maske die cremefarbenen und orangefarbenen Chronographenregister vom grauen Hintergrund. Die laufende Sekunde bleibt schwarz, sodass das Auge die Stoppfunktion sofort von der normalen Zeitanzeige unterscheidet. Eine Füllung aus Grade X1 Super-LumiNova lässt Zeiger und applizierte Indizes im Dunkeln blau nachleuchten. Die Pressebilder verdeutlichen, wie die orangefarbene Stoppsekunde das instrumentelle Bild stärkt.
Schaltrad und Automatikaufzug
Hinter dem Stahlboden arbeitet das automatische Kaliber SL4801 des chinesischen Herstellers Peacock. Der Wechsel vom bisherigen Quarzwerk bringt eine deutliche technische Aufwertung in die dauerhafte Modellreihe. Das Werk nutzt ein Säulenrad, um die Stoppfunktion präzise zu koordinieren. Die vertikale Kupplung stellt sicher, dass der zentrale Sekundenzeiger beim Start nicht springt.
Mit einer Frequenz von 28.800 Halbschwingungen pro Stunde läuft die Sekunde fließend über die Tachymeterskala. Voll aufgezogen liefert das Werk eine Gangreserve von 55 Stunden. Die Konstruktion bedingt einen klaren Druckpunkt der Pumpendrücker, der das Starten und Stoppen haptisch definiert. Für Leser, die sich genauer mit den internen Bezeichnungen befassen wollen, lohnt ein Blick in die Logik von Uhrenreferenzen, um den Sprung zur neuen Generation nachzuvollziehen.
Der Weg in das mechanische Stammsegment
Die Geschichte der Voiture reicht bis ins Jahr 2015 zurück. Die ersten Generationen bauten den Ruf der Marke über gut proportionierte Quarzuhren auf, die das Design der späten Sechzigerjahre aufgriffen. Zum zehnjährigen Bestehen der Marke erschien 2021 mit der VM1S eine erste rein mechanische Ausführung, die auf ein Schweizer Handaufzugswerk setzte. Diese Modelle blieben jedoch limitiert.
Die VM2 markiert nun den Punkt, an dem der mechanische Chronograph dauerhaft in das Portfolio einzieht. Der Einsatz des Peacock-Kalibers positioniert die Uhr in einem Segment, das für ein Automatikwerk mit Schaltrad selten ist. Nezumi gestaltet die Uhr gezielt für Sammler, die mechanische Komplexität suchen, ohne die Budgets der großen Schweizer Marken abzurufen.
Konsequente Form und klare Grenzen
Das Design der VM2 überzeugt durch seine Eigenständigkeit. Nezumi kopiert destilliert die farbliche Freiheit der Siebzigerjahre in ein modernes Raster. Die Kombination aus flachem Gehäuse und dem markanten Zorro-Blatt gibt der Uhr eine optische Ausstrahlung, die viele teurere Chronographen vermissen lassen.
Der stärkste Einwand betrifft die Alltagstauglichkeit in nasser Umgebung. Fünf Bar Wasserdichtigkeit begrenzen den Einsatzbereich auf das Trockene, was für eine ausgewiesene Sportuhr einen Kompromiss darstellt. Zudem verlangt das chinesische Werk eine gewisse Aufgeschlossenheit bei Käufern, die in dieser Kategorie oft noch Schweizer Rohwerke erwarten. Dennoch geht die Entscheidung auf. Die Uhr liefert exakt das, was ihr äußeres Versprechen formuliert.
Häufig gestellte Fragen
Wie groß ist das Gehäuse der Nezumi Voiture VM2?
Welches Uhrwerk treibt die Nezumi Voiture VM2 an?
Ist die Nezumi Voiture VM2 wasserdicht?
Fazit
Der Schritt in die dauerhafte Mechanik gibt dem Modell eine technische Substanz, die das aufwendige Zifferblattdesign verdient. Nezumi beweist, dass ein eigenständiges Farbkonzept und bewährte Gehäuseproportionen auch jenseits etablierter Schweizer Werke funktionieren, solange die Verarbeitung den Alltag trägt.
