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Nomos Glashütte gibt der Club 38 mehr Raum

Mit der Club 38 und der Club 38 Ruthenium stellt Nomos Glashütte zwei neue Handaufzugsmodelle vor, die den bekannten Entwurf in einem vergrößerten Gehäuse umsetzen.

Autor
Daria Nachama
Veröffentlicht
07.11.2026
Lesezeit
6 Min.
Detailaufnahme einer NOMOS Uhr mit weißem Zifferblatt, kleiner Sekunde und braunem Lederband.
Foto: NOMOS GlashütteQuelle, nomos-glashuette.com

Der Sprung auf ein neues Maß

Am 06.11.2026 stellt Nomos Glashütte eine spürbare Erweiterung der eigenen Einstiegsklasse vor. Die neue Club 38 und ihre dunkle Schwester Club 38 Ruthenium übersetzen das vertraute Gesicht der Modellreihe in einen Gehäusedurchmesser von 38,5 Millimetern. Bisher kannten Beobachter die klassische Handaufzugsversion vor allem im Maß von 36 Millimetern, das an kräftigen Handgelenken oft sehr zierlich wirkte.

Die Referenz 769 bringt das hell versilberte Zifferblatt mit roten Akzenten in das gewachsene Format und behält die Gestaltung des Originals bei. Die Referenz 770 setzt auf ein dunkles Ruthenium-Blatt mit orangefarbenen Minutenzahlen. Beide Uhren bewahren die typische, leicht rundliche Typografie, füllen die hinzugekommene Fläche aber sichtbar anders aus.

Die kräftige, polierte Lünette rahmt ein Blatt, das durch den Zuwachs an Fläche nun deutlich aufgeräumter wirkt. Das Zifferblatt erhält mehr Raum, die Indizes stehen weiter auseinander, und die gesamte Proportion wirkt ab Werk sehr ausgewogen.

Flache Bauweise in Edelstahl

Die Vergrößerung verändert die physische Geometrie am Handgelenk beträchtlich. Eine Höhe von 8,4 Millimetern behält die flache Linie bei, die Träger von echten Handaufzugskalibern erwarten. Gleichzeitig strecken sich die polierten Bandanstöße weit nach außen, was das Gehäuse in der Draufsicht größer erscheinen lässt, als die nackte Zahl auf dem Papier vermuten lässt.

Frontansicht einer NOMOS Uhr mit weißem Zifferblatt, rot akzentuierten Zeigern und braunem Lederband.
Frontansicht einer NOMOS Uhr mit weißem Zifferblatt, rot akzentuierten Zeigern und braunem Lederband.Foto: NOMOS GlashütteQuelle, nomos-glashuette.com

Die polierten Flanken aus Edelstahl des Typs 316L fallen weich ab und brechen das Licht an den abgerundeten Kanten. Der Hersteller hebt die nickelabgabefreie Qualität der Legierung hervor, was für empfindliche Haut einen Vorteil bietet. Eine Wasserdichtigkeit von 10 Bar macht das Gehäuse tauglich für den Alltag und verzeiht auch einen unerwarteten Regenguss problemlos.

Das 20 Millimeter breite Armband aus Horween Genuine Shell Cordovan ordnet sich bündig in die geraden Anstöße ein. Sammler, die ihre mechanische Uhr richtig pflegen wollen, finden an diesem in Chicago gegerbten, dichten Pferdeleder ein robustes Material für den täglichen Einsatz.

Weiß versilbert mit rotem Akzent

Das weiße, galvanisierte Zifferblatt der Referenz 769 fängt das Licht hell und gleichmäßig ein. Graue Leuchtmasse füllt die arabischen Stundenziffern, während feine rote Umrandungen das Auge gezielt lenken und den sportlichen Anspruch unterstreichen. Diese vertraute Farbgebung orientiert sich an historischen Sportuhren.

Die vergrößerte Fläche lässt das vertiefte Hilfszifferblatt für die kleine Sekunde mit seiner feinen, konzentrischen Azurierung weiter in das Zentrum rücken. Die breiten Zeiger fügen sich harmonisch in das Gesamtbild ein und sichern die Ablesbarkeit am Tag.

Auf den Pressebildern zeigt die helle Version ihre strenge Verbundenheit zum Original. Die klaren Linien betonen die Sachlichkeit des Designs, während die roten Details für eine aufgelockerte Gesamtwirkung sorgen.

Harter Kontrast auf Ruthenium

Völlig anders verhält sich die Referenz 770 im direkten Licht. Die dunkle Ruthenium-Beschichtung schluckt harte Reflexionen und bietet den weißen Ziffern einen starken Kontrastuntergrund. Orangefarbene Minutenangaben heben sich scharf von dem tiefen Grau ab und verleihen dem Entwurf eine funktionale Kühle.

Rückseite einer NOMOS Club Uhr mit braunem Lederarmband.
Rückseite einer NOMOS Club Uhr mit braunem Lederarmband.Foto: NOMOS GlashütteQuelle, nomos-glashuette.com

Die breiten, rhodinierten Zeiger fangen Restlicht ein und unterstützen die schnelle Ablesbarkeit aus verschiedenen Winkeln. Die dunkle Farbgebung lässt die Uhr insgesamt markanter und technischer wirken als das helle Schwestermodell.

Die Farbwahl verändert die Wahrnehmung der identischen Gehäusegeometrie stark. Das dunkle Blatt der Referenz 770 kaschiert die gewachsene Fläche leicht und rückt die leuchtenden Akzente optisch in den Vordergrund.

Handaufzug aus eigener Fertigung

Hinter dem wahlweise aus Saphirglas oder massivem Edelstahl gefertigten Boden arbeitet das Handaufzugskaliber DUW 4001. Die Manufaktur zieht aus dem flach gebauten Werk eine verlässliche Gangreserve von 53 Stunden. Ein wesentlicher Baustein dieser Mechanik ist das hauseigene Nomos-Swing-System, das dem Unternehmen die Unabhängigkeit bei der Hemmungsbaugruppe sichert.

Das integrierte DUW-Reguliersystem erlaubt den Uhrmachern zudem eine präzise Einstellung des Ganges über feine mechanische Justierungen. Das tägliche Aufziehen über die griffig gestaltete Krone verlangt nach bewusster Bedienung und verbindet den Besitzer unmittelbar mit der Mechanik der Uhr.

Die fehlende Schwungmasse eines Automatikrotors hält die Bauhöhe der Uhr gering. Bei der Version mit Glasboden gibt sie den ungestörten Blick auf die Glashütter Streifenschliffe frei. Ein solches Kaliber aus eigener Fertigung hilft dabei, Uhrenreferenzen zu verstehen, da der Hersteller die Generation des Werkes klar in der Modellnummer spiegelt.

MerkmalAngabe
Referenz769 (weiß versilbert) / 770 (Ruthenium)
Durchmesser38,5 mm
Höhe8,4 mm
GehäusematerialEdelstahl 316L
Wasserdichtigkeit10 Bar
KaliberDUW 4001
AufzugHandaufzug
Gangreserve53 Stunden

Erwachsener Raum für Typografie

Nomos Glashütte schließt mit dieser Erweiterung eine logische Lücke. Das gewachsene Maß bietet der ausdrucksstarken Typografie der Club-Serie exakt den physischen Raum, den sie braucht, um nicht an die Ränder gedrängt zu wirken. Die Referenz 770 mit ihrem abgedunkelten Ruthenium-Blatt liefert dabei den stärksten visuellen Eindruck ab, da das tiefe Grau die orangefarbenen Akzente leuchten lässt.

Ein wesentlicher Einwand richtet sich gegen die langen Bandanstöße der Konstruktion. Sie erfordern eine genaue Prüfung der Passform, da das flache Gehäuse auf schmalen Handgelenken schnell überstehen kann. Die Geometrie streckt die Uhr optisch in die Länge.

Dennoch überzeugt die durchdachte Kombination aus einem extrem flachen Profil, dem hochwertigen Lederband und der Wasserdichtigkeit von 10 Bar. Die beiden neuen Varianten beweisen, dass eine klassische Handaufzugsuhr auch in einer größeren Ausführung ihre gestalterische Klarheit behalten kann.

Häufig gestellte Fragen

Wie groß ist die Nomos Club 38?
Das Gehäuse der Nomos Club 38 misst 38,5 Millimeter im Durchmesser und ist 8,4 Millimeter hoch.
Im Inneren arbeitet das Handaufzugskaliber DUW 4001 aus der eigenen Manufaktur mit einer Gangreserve von 53 Stunden.
Die Uhr besitzt eine Wasserdichtigkeit von 10 Bar und eignet sich damit gut für den täglichen Gebrauch.

Fazit

Die Erweiterung der Gehäusegröße tut der Zifferblattgestaltung der Club-Linie sichtlich gut. Die ausgewogene Geometrie verbindet flache Bauweise mit zuverlässiger Mechanik und setzt die charakteristische Typografie gekonnt in Szene.

Quellen

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