Antoni Chrono Magazin

Ressence Type 10 DN: Ölmodul und eigenes Basiskaliber

Ressence verbindet mit der Type 10 DN „Dark Knight“ erstmals das ölbefüllte Orbitalmodul der Marke mit einem hauseigenen Basiskaliber.

Autor
Daria Nachama
Veröffentlicht
17. Oktober 2026
Zuletzt geändert
19. Oktober 2026
Lesezeit
4 Min.
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Foto: HodinkeeQuelle, hodinkee.com

Öl trifft Manufakturwerk

Ressence stellt mit der Type 10 DN „Dark Knight“ das erste ölbefüllte Modell der Marke vor, das auf einem hauseigenen Kaliber basiert. Nach der Einführung des Kalibers RW-01 in der konventionellen Type 11 im Frühjahr folgt nun das Automatikwerk RW-04. Es treibt die bekannte magnetische Übertragung durch eine Membran in den ölgefüllten Teil der Uhr an. Die auf 100 Stück limitierte Neuheit erscheint im Segment der bisherigen Linien.

Das Gehäuse aus Titan Grad 5 nimmt eine Kissenform an. Eine glänzende, dunkelblaue Beschichtung zieht sich über das Gehäuse bis in das Zifferblatt. Der Ton setzt sich auf dem flächenbündig integrierten Kautschukband und an der Schließe fort. Der Hersteller spricht von einer DLC-Beschichtung, jedoch deutet das fast keramische Finish auf ein sehr spezielles Verfahren für diese Farbgebung hin.

Das Band fällt direkt an den kurzen Bandanstößen steil ab. Die Form lässt das Gehäuse am Handgelenk kompakter wirken, als der nominelle Durchmesser erwarten lässt. Die Pressebilder verdeutlichen zudem das abwechslungsreiche Lichtspiel der segmentierten Lünette, deren gebürstete Abschnitte durch sandgestrahlte Leuchtmarkierungen getrennt sind.

Zweite Zeit und Bremse

Das Zifferblatt übernimmt bewährte Komplikationen früherer Entwürfe. Neben Stunden und Minuten läuft ein 120-Sekunden-Indikator. Dieser fungiert im Öl als mechanische Bremse und schützt das Modul bei Stößen vor dem Verstellen der Anzeigen.

Eine Temperaturanzeige färbt sich grün, solange sich die Uhr im optimalen Arbeitsbereich um 25 Grad Celsius befindet. Die zweite Zeitzone verzichtet auf eine klassische 24-Stunden-Skala und arbeitet stattdessen mit einer rein grafischen Anzeige, die Tag, Nacht und Mitternacht visuell markiert.

Das Öl zwischen Zifferblatt und Saphirglas hebt den Brechungsindex der Luft auf. Die Anzeigen wirken dadurch, als seien sie direkt auf das Glas gedruckt. Dieses System erfordert zwingend eine strikte physische Trennung von Anzeige und Antrieb.

Trennung durch Titan

Eine feine Titanmembran teilt das Gehäuse in zwei Hälften. Oben liegt das ölgefüllte Modul mit den Anzeigen, unten arbeitet in der Luft das mechanische Kaliber RW-04. Es überträgt seine Kraft über kleine Magnete durch die Membran auf das Anzeige-Modul.

Das zusammen mit einem Schweizer Partner gefertigte Kaliber RW-04 bietet 60 Stunden Gangreserve und besteht aus 252 Einzelteilen. Das System benötigt einen Faltenbalg im Inneren, der die Volumenschwankungen des Öls bei wechselnden Temperaturen ausgleicht.

Die Uhr ist bis 50 Meter wasserdicht. Aufziehen und Einstellen erfolgen über den Gehäuseboden. Der äußere Ring des Bodens dient als verschraubte Dichtung, der innere Teil übernimmt den eigentlichen Aufzug.

Klare Kante im Öl

Der Abschied von den zugekauften Basiswerken stärkt die Position der Marke auf lange Sicht. Das Kaliber RW-04 liefert die technische Eigenständigkeit, die Käufer in diesem Segment fordern, auch wenn das optische Schauspiel weiterhin im Öl-Modul stattfindet.

Die Kissenform bringt eine willkommene Abwechslung in das bisher streng runde Portfolio. Die Integration des Bandes und die Segmentierung der Lünette brechen das Licht an den Kanten und verstärken den technischen Charakter der Uhr.

Der Preis für das konsequente Design ist der Verzicht auf numerische Genauigkeit bei der zweiten Zeitzone. Die Type 10 DN priorisiert das grafische Bild vor der unmittelbaren chronometrischen Ablesbarkeit.

Häufig gestellte Fragen

Wie wird die Kraft vom Werk auf die Anzeige übertragen?
Das luftgelagerte Kaliber RW-04 treibt eine Scheibe mit Magneten an. Diese bewegen durch eine Titanmembran hindurch eine empfangende Scheibe im ölgefüllten Anzeigemodul, völlig ohne direkte mechanische Verbindung.
Er visualisiert den Lauf der Uhr und fungiert gleichzeitig im Öl als hydrodynamische Reibungsbremse. Das schützt die sensiblen Anzeigen vor dem Verstellen bei plötzlichen Stößen.
Die Bedienung erfolgt über den Gehäuseboden. Zunächst muss der äußere Ring aufgeschraubt werden, der als Dichtung dient. Anschließend lässt sich über den mittleren Teil die Zeit stellen und das Werk aufziehen.

Fazit

Die Type 10 DN beendet die Abhängigkeit von Basiswerken bei den ölbefüllten Modellen. Das strukturierte Gehäuse und die konsequente grafische Reduktion betonen den Designanspruch der Marke stark und verleihen der Linie eine erwachsene, eigenständige Gestalt.

Quellen

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